Wie viel Mensch verträgt der Hund?
Die Tierliebe kennt bei deutschen Haustierbesitzern kaum noch Grenzen. In einer Gesellschaft, die zur Ein-Hund-Familie tendiert, sieht man oft Paare mit der gleichen stolzen Versunkenheit ihren Vierbeiner beim Gassi gehen beobachten, wie sonst nur frischgebackene Eltern, die ihren Kinderwagen stolz vor sich her schieben. Grundsätzlich ist daran ja gerade in einer überbevölkerten Welt nichts auszusetzen, allerdings nimmt die Tierliebe bisweilen eher bizarre Formen an. Der Spaß hört auf, wenn die Tiere wichtiger genommen werden als Menschen – frei nach dem Motto “Lassen sie sich beißen, der meint das nicht so!” oder wenn der Umgang mit Tieren dem mit Menschen grundsätzlich vorgezogen wird. Doch auch die Tiere müssen manchmal unter der ausufernden Liebe ihrer Herrchen oder Frauchen leiden.
Die Würde des Tieres
Ein wichtiges Thema, wenn man einen Hunde besitzt, ist sicherlich die notwendige Ausrüstung. Halsband und Leine, gegebenenfalls ein Maulkorb oder ein Geschirr, Fress- und Wassernapf und eine kuschelweiches Körbchen – all dass sind Anschaffungen, an denen man nicht vorbeikommt. Konsultiert man Webshops wie www.hundetraum.de wird man diesbezüglich sicherlich fündig. Viele andere Ausstatter könnten sich aber eher Namen wie Herrchentraum oder Tierliebe-Übertreiben-Leicht-Gemacht geben, schaut man sich die Produktpaletten an. Da finden sich Mäntel und Kleider, Lätzchen und Mützen und sogar Schuhe für das liebe Tier. Und das nicht aus praktischem Frottee oder pflegeleichter Synthetik, was ja auch noch schonend und gut für den Hund wäre – nein, zum Swarowski-Halsband aus Schweinsleder darf es gerne die Silberkette sein und das müde Hundehaupt ruht am Liebsten auf Daunenfedern in reinstem Seidenbezug. Die passenden Schühchen sind mit Goldfäden bestickt und falls es zu nass wird, gibts ja noch das wattierte Täschchen in Samtausstattung. Ganz abgesehen, davon wie sich ein wahrer Hund dann fühlt, die Haushaltskasse von Herrchen und Frauchen kann dadurch schon mal arg strapaziert werden. Denen ist das aber egal, denn der Hund ist für viele zum Statussymbol und (einzigen) Familienmitglied geworden, so dass wahrhaftig nichts zu gut – oder zu schade – ist.
Verantwortung für Mensch und Tier
Auch in die andere Richtung kann ein Hund vom Menschen falsch behandelt werden. Misshandelte und vernachlässigte Tiere können zur Gefahr und falsch trainierte Tiere übermäßig aggressiv werden. Kampfhunde genießen schon immer einen genauso schlechten Ruf wie ihre Besitzer verdienen und nicht erst seit gestern gibt es Rufe nach einem “Hundeführerschein” für diese Rassen. Wirklich kontrollieren können wird man den Menschen und seine Einstellung zum vierbeinigen Freund allerdings nie wirklich. Zuletzt ist es dem ganz eigenen Verantwortungsgefühl und nicht zuletzt dem Menschenverstand überlassen, die Vormachtstellung hundegerecht und gesellschaftsverträglich auszuüben.