Fit macht schlau
Gehört das Kind eher zu der unsportlichen Fraktion, trösten sich viele Eltern mit den Gedanken, dass ihr Kind eben eher ein Geistesmensch sei. Wissenschaftler erlangen jedoch immer mehr Kenntnisse darüber, dass Sport nicht nur fit macht, sondern auch schlau.
Sport steigert die Konzentrationsfähigkeit
Für die Gesundheitswissenschaftler Professor Michaela Axt-Gadermann und Professor Peter Axt ist Bewegung sogar ein unerlässlicher Baustein bei der Förderung von Kindern. Denn Sport gilt als ein Entwicklungsbeschleuniger. Wer regelmäßig Fußball spielt oder Judo macht, der kann sich besser konzentrieren, lernt schneller und behält besser. So zeigen Studien, dass Kinder, die über einen ausgeprägten Gleichgewichtssinn verfügen, auch intelligenter sind als Kinder, die keinen Sport treiben.
Mehr Sauerstoff im Hirn hilft beim Merken
Und das ist so, weil das Gehirn von sportlichen Kindern besser mit Sauerstoff versorgt wird. Durch die Bewegung werden neue Nervenzellen gebildet und die Produktion von Nervenbotenstoffen angeregt. Das hilft dabei, das Gelernte auch besser zu behalten.
Manche Schule bauen auf dieses Wissen und haben systematisch die Anzahl der Sportstunden erhöht. Denn die körperliche Betätigung vor einer Unterrichtsstunde, in der die Kinder sitzen und sich konzentrieren müssen, hat nachweislich Auswirkungen auf die Lernerfolge der Kinder.
Vor dem Lernen ein bisschen Bewegung
Und auch Eltern können den Fit-und-schlau-Faktor nutzen. So hilft es, wenn die Kinder die Hausaufgaben nicht gleich nach dem Mittagessen machen, sondern sich erst einmal ein bißchen austoben können. Eine gute Anregung ist ein Klettergerüst im Garten (www.climbingframes.de) aus Holz oder Metall, eine Tischtennisplatte oder die Möglichkeit etwas mit dem Ball zu kicken.
Studien zeigen sogar ganz erstaunliche Ergebnisse der Turnerei: So wurden Kinder vor Schulbeginn für 20 Minuten auf ein Laufband geschickt, das den Schulweg simulierte. Anschließend mussten sie Aufgaben in den Bereichen Lesen, Buchstabieren und Rechnen lösen. Am nächsten Tag wurden weitere Test gemacht, allerdings ohne die Kinder zuvor körperlich zu beanspruchen. Das Ergebnis: Die Leistungen mit vorheriger Bewegung waren um eine ganze Schulnote besser. Bei Mädchen war der Effekt sogar noch deutlicher messbar als bei Jungen.
Der Sport macht sich auch langfristig bemerkbar
Und auch langfristig wirkt sich ein sportliches Hobby aus. So erreichen aktive Kinder meist einen höheren Bildungsabschluss – das fand das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) heraus.
Eltern, die die schulische und intellektuelle Entwicklung ihres Kindes fördern wollen, sollten ihre Kindern deshalb nicht nur an den Schreibtisch treiben, sondern auch zusammen mit ihm spielen, rennen und toben. Dass macht nicht nur das Kind aufgeweckter, sondern auch einfach Spaß und schweißt die Familie zusammen.